Bartgeier

Bartgeier

(Gypaetus barbatus)

Der Bartgeier ist einer der größten Greifvögel Europas, gleichzeitig aber auch der seltenste, was ihn zu einem wertvollen Teil unseres Naturerbes und zu einem Symbol des Naturschutzes macht.

Bartgeier Flugbild
Bartgeier Flugbild

Trotz seiner enormen Flügelspannweite fliegt der Bartgeier mit überraschender Eleganz, wenn er in den thermischen Strömungen von Gebirgszügen schwebt und auf Bergrücken und Tälern nach frischem Aas patrouilliert.

Der Bartgeier ist vielen Bedrohungen ausgesetzt, da er in mehreren isolierten Teilen seines Verbreitungsgebiets vom Aussterben bedroht ist und in den Alpen sogar vom Aussterben bedroht war.

Durch eine äußerst erfolgreiche Wiederansiedlungsmaßnahme in den Alpen konnte dort jedoch eine Brutpopulation wiederhergestellt werden, was neue Hoffnung für die Zukunft dieser Art entfacht.

Fakten zum Bartgeier

Mit einer Flügelspannweite von fast 3 Metern ist der Bartgeier einer der größten Vögel Europas. Und aufgrund seiner Seltenheit ist es zu einem Symbol für den Schutz der Tierwelt geworden.

Größe des Bartgeiers

Nachfolgend sind die durchschnittlichen Größenmaße des Bartgeiers aufgeführt:

  • Flügelspannweite: 250-290 cm
  • Länge: 99-113 cm
  • Gewicht: 4.500-7.150 g

Trotz seiner Größe fliegt der Bartgeier mit erstaunlicher Beweglichkeit und schwebt und gleitet elegant über Bergkämme und Gebirgspässe.

Aussehen

Der Bartgeier ist ein sehr großer Geier mit einem überraschend eleganten Flugprofil, das auf seinen langen, schlanken Flügel in Kombination mit dem langen, rautenförmigen Schwanz zurückzuführen ist.

Ausgewachsener Bartgeier
Ausgewachsener Bartgeier

Lebensdauer

Der Bartgeier kann in Gefangenschaft bis zu 45 Jahre alt werden, es ist jedoch nicht bekannt, wie lange er in freier Wildbahn lebt.

Wissenschaftlicher Name und Taxonomie

Der wissenschaftliche Name des Bartgeiers ist Gypaetus barbatus. Es gibt zwei Unterarten: G. b. barbatus (in Nordwestafrika und Südwesteuropa) und G. b. meridionalis (in Südwestarabien, Ostafrika und Südafrika).

Verbreitung des Bartgeiers

Während die Unterart G. b. barbatus hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet in Südeuropa und Nordafrika hat, deckt die zweite Unterart (G. b. meridionalis) mit ihrem Verbreitungsgebiet ein viel größeres Gebiet ab.

Lebensraum des Bartgeiers

Der Bartgeier lebt fast ausschließlich in Hochgebirgsregionen und verbringt die meiste Zeit mit der Nahrungssuche oberhalb der Baumgrenze. Jungvögel trifft man jedoch manchmal auch fernab von Bergen an.

Größe der Bartgeierpopulation

Die europäische Population des Bartgeiers ist relativ klein und wird auf weniger als 1.000 Brutpaare geschätzt. Dies stellt jedoch einen Anstieg im Vergleich zu früheren Jahrzehnten dar, als die Bevölkerungszahl aufgrund der unerbittlichen Verfolgung in den letzten Jahrhunderten noch geringer war. Glücklicherweise scheint die Population mittlerweile stabil zu sein.

Verhalten des Bartgeiers

Der Bartgeier sucht nach Nahrung, indem er in große Höhen über Bergschluchten und Bergkämme fliegt und dabei den Boden darunter nach Aas absucht. Manchmal kann man ihn beobachten, wie er über einer Klippe oder einem Bergrücken schwebt.

Nahrung

Der Bartgeier ist der einzige europäische Greifvogel, der sich regelmäßig von Knochen und Knochenmark toter Tiere ernährt. Diese Spezialisierung verringert die Konkurrenz zu anderen Geiern und Aasvögeln.

Der Bartgeier ernährt sich nicht nur von Tierkadavern, sondern greift manchmal auch lebende Tiere wie Klippschliefer und Steinböcke an.

Brutverhalten

Von allen europäischen Greifvögeln braucht der Bartgeier am längsten, um die Geschlechtsreife zu erreichen, und beginnt erst mit 6 bis 8 Jahren mit der Fortpflanzung. Die Eier werden sehr früh in der Saison gelegt und können bereits Ende Dezember und dann bis Anfang Februar abgelegt werden.

Diese Strategie stellt sicher, dass das Küken nach dem Schlüpfen ausreichend Futter hat, da beim Schmelzen des Schnees die Kadaver toter Tiere zum Vorschein kommen.

Während Bartgeier normalerweise zwei Eier legen, überlebt nur ein Küken, da das erstgeborene Küken immer sein jüngeres Geschwister tötet.

Migration

Der Bartgeier ist ein Teilwanderer, wobei man davon ausgeht, dass erwachsene Vögel größtenteils ortsansässig sind und sich das ganze Jahr über in der Nähe ihrer Brutplätze aufhalten.

Jungvögel hingegen sind für ihre Bewegungen bekannt, was erklärt, warum sie oft in Gebieten auftauchen, die normalerweise nicht zum Lebensraum des Bartgeiers gehören.

Erhaltungszustand des Bartgeiers

Während der Bartgeier in vielen Teilen seines großen Verbreitungsgebiets häufig vorkommt, ist er im europäischen Teil seines Verbreitungsgebiets viel anfälliger, wo er einer der seltensten Greifvögel ist und als „nahezu bedroht“ gilt.

Tatsächlich war die Bartgeierpopulation in den Alpen Anfang der 2000er Jahre vollständig ausgestorben, konnte jedoch seitdem erfolgreich wieder angesiedelt werden. Kleine isolierte Populationen von Bartgeiern auf Korsika und Kreta sind am stärksten vom Aussterben bedroht, da sie nur aus einer Handvoll Brutpaaren bestehen.

Bedrohungen

Die größte Bedrohung für Bartgeier ist die illegale Vergiftung durch vergiftete Kadaver, die manchmal von Menschen zum Töten von Wölfen verwendet werden. Allerdings ist die direkte Verfolgung in den letzten Jahrzehnten drastisch zurückgegangen, was Anlass zu vorsichtigem Optimismus gibt.

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